Der Körper kennt den Weg

Der Körper kennt den WegDieses Buch von Johannes B. Schmidt war für mich der bedeutendste Wegweiser ganz am Anfang. Es ist schon von 2008, doch ich würde sagen, das ist auch heute noch State of the Art der Traumaheilung. Herr Schmidt bringt hier u.a. Stephen Porges Polyvagaltheorie, Peter Levines Traumaarbeit und Gene Gendlins Felt Sense (Focusing) zusammen und erklärt, wie er systemisch arbeitet … aber das Beste ist Johannes B. Schmidts Persönlichkeit selbst.

Ein heiliges Buch

Nur als kleiner Hinweis auf dem Buchrücken steht, dass Johannes B. Schmidt u.a. eine Ausbildung in initiatischer Therapie gemacht hat (Graf v. Dürckheim). Das spüre ich in seinem Buchtext, das ist Weisheit, da schreibt ein verkörpertes und auch beseeltes Wesen. Da swingt auch mein „spiritueller Körper“ beim Lesen mit.

Das heißt außer den oben genannten Trauma-Heilungs-Methoden setzt er auf Spiritualität, auf die Rückbindung an die nährende spirituelle Heimat, die Quelle, ein heilsames Energiefeld.

… was auch immer das für den Einzelnen heißen mag. Ohne spirituelle Wurzeln gibt es keine Inspiration. Wir sind viel mehr als nur ein physischer Körper.

Der Körper kennt den Weg

Ohne dass Gene Gendlins Focusing im Buch groß erklärt wird, spricht Herr Schmidt vom Felt Sense, als dem Inneren Navigationsinstrument. Bei erschütternden Krisen im Leben kommen wir mit dem denkenden Verstand nicht weiter, da bilden sich Lösungen, die aus dem Körper aufsteigen, dem wir zuhören können. Im Körper gibt es ein tieferes Selbst (Felt Self), ein gesundes Wesen zu dem wir eine Verbindung brauchen – darüber sind wir angeschlossen an das Ganze und an andere Menschen. Dann wird der Verstand von sich aus ruhig.

Die Polyvagaltheorie und Peter Levines körperorientiere Traumaarbeit wird sehr gründlich erklärt und überall sind so kleine entscheidende Hinweise eingebaut. Z.B. zur Lösung der Traumaenergie im Körper

Es geht dabei nicht nur um eine bloße Energie-Entladung, sondern um das Nutzbarmachen der Energie für die innere Reorganisation innerhalb des Nervensystems und darüber hinaus.

Seine Körperarbeit bringt den Menschen wieder in Kontakt mit dem „inneren Embryo“. Die Anfangszeit, also Schwangerschaft und die ersten Jahre sind im Körper als Erfahrung und energetisch gespeichert. Diese Energien braucht es um von innen heraus neu zu werden, dann sieht die Welt außen auch anders aus.

Neben seinen eigenen Lebens- und Prozess-Erfahrungen beschreibt er auch seine Art der systemischen Aufstellungen an Beispielen und wann man besser noch keine Aufstellungen macht. Was für eine Haltung der Therapeut braucht um einen heilsamen Raum zu schaffen und dass es noch eine feinere Energieebene als das Nervensystem im Körper gibt (die Chakren und Meridiane).

Das ist kein einfaches, auf Anhieb verständliches Buch. Ich kann nur empfehlen, es immer wieder langsam zu lesen, dann versteht man es besser und es entfaltet seine verwandelnde Kraft. Nach und nach holt man sich die beschriebenen Erfahrungen ins eigene Leben und bekommt ein inneres Navigationsinstrument in den Bauch. Ich lese das ca. 1x im Jahr und bin überrascht, was ich dann wieder darin finde und jetzt auch kapiere. Es ist handlich, stabil gebunden und liefert geballtes Wissen auf 289 Seiten – da sind quasi die wichtigsten Puzzle-Steine zur Traumaheilung darin versammelt.

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Johannes B. Schmidt beschreibt die Polyvagaltheorie sehr gut – ohne den Menschen auf ein dysreguliertes Nervensystem zu reduzieren. Und ich habe beim lesen auch gemerkt, das stimmt, mein Körper kennt meinen Weg, dieses Focusing interessiert mich. Das Buch hat mich auch ermutigt, meine mich überraschende Spiritualität (die christliche Mystik) bei der Auswahl meiner Therapeutin mit zu berücksichtigen und mit ihr dann die Körperarbeit zu machen. Die amerikanischen Traumatherapeuten haben sehr gute Methoden entwickelt, doch bei Ihnen fehlt mir etwas, was Johannes B. Schmidt hat und im Buch auch zeigt -> das Wesen, das er ist.