Entdecke die Musik in dir

Vom Vergnügen, die eine Musikalität zu entwickelnMit „Entdecke die Musik in dir“ von Michael Reimann mache ich mich nun wieder ans musizieren. Hach – das Buch hat er schon vor 20 Jahren geschrieben und ich stolpere da jetzt erst drüber. Aber sicher gut so, vor 20 Jahren hätte ich damit noch nichts anfangen können, das kommt jetzt genau richtig. Dem Buch liegt eine sehr schöne Übungs CD bei, mit der man sofort losklimpern, tanzen, singen, klatschen und trommeln kann.

Es gibt zu den 22 Tracks auf der CD im Buch Übungen. Das sind Backgrounds um selbst dazu zu improvisieren oder zu singen und es steht auch die Tonart und passende Akkorde dabei. Damit habe ich Spaß und spüre pure Freude in meinen Zellen, das geht schon in Richtung Ekstase.

Michael Reimann ist ein Multi-Instrumentalist, gibt Seminare und Konzerte und macht inzwischen heilsame Musik-CDs zur Herzkohärenz, DNA- oder Zirbeldrüsen-Aktivierung usw. Da hätte ich ja früher den Kopf geschüttelt. Dass Sound was im Körper bewirkt habe ich inzwischen selbst schon erfahren und das bestimmte Sequenzen gezielt das Nervensystem erreichen kann ich mir gut vorstellen und es gibt ja nicht ohne Grund Musiktherapien.

Ich habe als Kind Klavierunterricht gehabt, das war für mich lernen und üben wie in der Schule auch. Wir haben da ein Heft nach dem anderen durchgemacht, ein Lied nach dem anderen abgehakt und selten war mal eins dabei, das mir richtig gut gefallen hat. Als Erwachsene hatte ich immer wieder Ansätze Klavier zu spielen – jetzt konnte ich mir zumindest die Lieder selbst aussuchen. Ich war nicht wirklich erfolgreich damit. Mein Gehirn hat nur Speicherplatz für 3 Lieder. Sobald ich ein neues geübt habe ist ein anderes dafür wieder aus dem Kopf gefallen. Irgendwie dachte ich es geht um Noten lesen und das aufs Klavier übertragen, wenn ich das besser könnte, könnte ich alles flott vom Blatt spielen.

Das Instrument zu erforschen – selbst hören was gut klingt – auf die Idee bin ich gar nicht gekommen. Dafür hat Herr Reimann gute Tipps im Buch, auf was da zu achten ist. Z.B. sich auf wenige Töne reduzieren und Melodien nachspielen oder selbst erfinden mit folgenden 3 Anregungen für den nächsten Ton:

  1. den gleichen Ton wiederholen
  2. einen Ton höher oder tiefer gehen
  3. größere Sprünge

Ta ta ta ta! Das passt auf Beethovens 5. Sinfonie genauso wie auf Alle meine Entchen. Das ist irgendwie für mich ein neuer Blick auf Melodien.

Er stellt im Buch verschiedene Naturinstrumente vor und regt dazu an sich einfach mal eins zu schnappen und loszulegen. Tanzen, hören, singen, trommeln, die Resonanz im Körper spüren, die Haltung … so wird musizieren ein Ganzkörpererlebnis und Selbstausdruck. Ich habe mir vor ein paar Jahren noch ein Digital-Piano gekauft, weil ich Hemmungen habe laut zu üben und damit die Nachbarschaft zu quälen. Die Hemmung abzulegen und mir laut werden erlauben, wie ein Kind, das ist ein wichtiger Schritt für mich.

Schon im Weg des Künstlers (->zum Buch) stand die Frage: Welches Instrument ich am liebsten spielen würde, wenn Geld keine Rolle spielt? Die habe ich damals spontan mit Bass-Ukulele beantwortet. Bass gefällt mir, da habe ich im Ohr auch einen Sequenzer mit dem ich den Bass in einem Lied hervorheben kann. Ich hatte schon Ukulelen und Gitarren in der Hand und finde das schmerzhaft unangenehm an den Fingerkuppen – darum habe ich das gleich wieder verworfen. Mir reicht das Klavier, das ist ja sehr vielseitig. Das Buch hat mir nun noch richtig Lust auf trommeln gemacht, auf Rhythmus … oder mal in ein Kazoo zu summen.


Nachtrag: Es geht schon los! Eine Freundin hat mir sogleich ihr Cajonito vorbeigebracht, das bei ihr nur verstaubt und 2 Kazoos für uns beide, damit haben wir zur CD lustig musiziert.

CajonitoAuf dem Karton steht Cajonita – das passt, im Buch stand ja auch die Trommel ist weiblich! 🙂 Das trommeln auf dem Cajonito macht mir voll Spaß, da würde ich mir eins kaufen, falls sie das zurückhaben will. Das hat auf einer Seite den Cajon Snaresound und auf der anderen klingt es bongomäßig. Wie es klingt kannst du dir in diesem Youtube Video anhören: Cajonito / Schlagwerk DC300 und das gibt es auch bei Amazon.de -> SCHLAGWERK DC 300 Cajonito.
Sie hat mir noch Martin Röttger’s Cajon Schule dazugelegt. Die kommt mit CD und DVD – die CD ist voll mit Begleitmusik zu der man mittrommeln kann – auf der DVD kann man ihm zusehen, wie er die einzelnen Übungen trommelt. Die Begleitmusik ist etwas langweilig – aber man kann die Übungen ja auch zur eigenen Lieblingsmusik trommeln. Mir kommt dieses herkömmliche Notensystem entgegen und ich komme voran mit der Cajon Schule. Amazon.de -> Martin Röttger’s Cajon Schule (mit CD + DVD)

Jetzt – 4 Monate später – macht mir das immer noch Spaß. Vor allem frei mittrommeln zu einer Musik CD ist toll. Das Cajonito ist für mich also keine Eintagsfliege.


Zurück zum Buch: Es gibt ein Kapitel zum Obertongesang, das habe ich noch nicht so richtig verstanden … aber singen, Vokale und Klinger-Buchstaben, das ist gerade genau richtig für mich um meinen verspannten Kiefer zu lockern, meinen Hals besser zu spüren und die Brust vibrieren zu lassen. Einfach in so einer Kauderwelsch-Sprache zu singen macht auch total Spaß, das klingt mal italienisch, mal russisch. Gefühle in den Ausdruck zu bringen … dafür ist singen und musizieren sehr gut.

Die Heilkraft der Schwingung, die Auswirkungen auf das Gehirn und das Immunsystem beschreibt er am Schluss auch noch.

Also: Jeder Mensch ist musikalisch! Dieses alte Buch (1998) ist ein absolutes Highlight, das gibt es sehr günstig gebraucht bei amazon und Michael Reimann verkauft dort selbst noch ein paar neue Restexemplare – im Buchhandel bekommt man es wahrscheinlich nicht mehr.
(Für auf die Vernunft reduzierte Menschen, die so bleiben möchten, ist es sicher nichts)

Amazon.de -> Entdecke die Musik in dir

Sein Buch „Die Musik in Dir“ ist eine etwas erweiterte neuere Auflage des Buches (2003).  Dem fehlt allerdings die CD, die musste man separat erwerben … und ich glaube, die ist nicht mehr im Handel erhältlich.